Prompting speziell für Claude
Das meiste am Prompting ist universell. Aber ein paar Techniken sind bei Claude besonders wirkungsvoll — und einige Gewohnheiten aus älteren Modellen sind inzwischen kontraproduktiv. Hier ist, was tatsächlich Claude-spezifisch ist.
Setze bei Claude auf diese Punkte
- XML-Tags. Claude ist gut auf strukturierte Prompts mit benannten Tags für Eingaben, Anweisungen und Beispiele abgestimmt. Das ist die wertvollste Claude-Gewohnheit.
- Sei klar und direkt. Nenne das Ziel, die Einschränkungen und wie „fertig" aussieht. Claude folgt expliziten Anweisungen genau.
- Gib ihm eine Rolle über den System-Prompt.
- Lass es bei schwierigen Problemen nachdenken — bitte um Schritt-für-Schritt-Schlussfolgerungen oder nutze Extended Thinking/Effort bei Reasoning-Modellen (wo du oft nicht explizit um CoT bitten musst).
- Nutze Beispiele (Few-Shot) für Format und Grenzfälle.
- Prefill den Anfang von Claudes Antwort (über die API), um das Format zu steuern — beginne z. B. den Assistant-Turn mit
{, um JSON zu erzwingen, oder mit einer Überschrift, um Struktur zu erzwingen.
Lass diese alten Gewohnheiten fallen
:::warning Neuere, wörtlich folgende Modelle ändern die Regeln
- Verzichte auf GROSSBUCHSTABEN und drohende Prompts („DU MUSST… ODER SONST"). Neuere Claude-Modelle folgen Anweisungen wörtlich, und höflich formulierte, konkrete Anweisungen funktionieren besser als Anbrüllen.
- Überkonstruiere nicht mit aufwendigem „Jailbreak-artigem" Gerüst — klare, ehrliche Anweisungen übertreffen Tricks.
- Weniger ist oft mehr — ein knapper Prompt schlägt einen ausufernden, der die Aufgabe vergräbt. :::
Claude im Vergleich zu anderen Modellen
Die Prinzipien lassen sich übertragen (siehe Modellübergreifende Prompt-Übersetzung), aber die Affinität zu XML-Tags und das Prefilling sind die Dinge, die man sich am ehesten als Claude-spezifisch merken sollte. Wenn du das Modell wechselst, überprüfe die Tonfall-Intensität und die Formatierungshinweise erneut.